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Edwar al-Charrat |
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| »Bei Edwar
al-Charrat ist Erzählen ein literarisches Abenteuer, geplant mit dem Scharfsinn
eines gewieften Schriftstellers, der tiefe Reflexion und großen kreativen
Impetus mit Fleiß und Beharrlichkeit und mit dem Mut zu immer neuen Träumen
verbindet. So lobte die ägyptische Literaturkritikerin Itidâl Osmân
Edwar al-Charrat bei einem Kolloquium, das anlässlich des sechzigsten Geburtstags
des inzwischen weithin bekannten Autors im Jahre 1996 in Kairo durchgeführt
wurde.« »Charrat erzählt keine Geschichten, er erschreibt sich
das Leben. Die Handlung löst sich in Fragmente subjektiver Wahrnehmung
auf. Statt von einer objektiv gegebenen Wirklichkeit auszugehen, die
man in der Literatur zu ›transportieren‹ habe, schafft Literatur
Charrat zufolge Wirklichkeit.« »Der Ägypter Edwar al-Charrat, gilt, nach einem Begriff, den er
selbst geprägt hat, als der herausragende Vertreter der 'neuen Sensibilität',
für die europäische Leser stilistische Entsprechungen am ehesten bei
Proust finden, so gross die Unterschiede dann doch wieder sind.« »Edwar al-Charrat hat selber für ein „Schreiben jenseits
der Gattungen“ plädiert. So ist seine Prosa bisweilen höchst poetisch,
die Kapitel seiner Romane erscheinen auch als eigenständige Erzählungen
und seine Essays zur Literatur gehen oft fließend in autobiographische Reflexionen
über. Bibliografie Edwar al-Charrat Geboren wurde der Kopte Charrat 1926 in Alexandria. Dort studierte er Rechtswissenschaften bevor er 1946 eine Stelle bei der ägyptischen Nationalbank antrat. 1948 wurde er wegen seiner Beteiligung an den Aktivitäten der nationalistischen Bewegung zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Nach einer Anstellung bei der ägyptischen Nationalversicherung arbeitete er ab 1955 als Übersetzer an der rumänischen Botschaft in Kairo und von 1958 bis 1983 als Zweiter Generalsekretär bei der Solidaritätsorganisation Afro-Asiatischer Völker sowie bei der Afro-Asiatischen Schriftstellervereinigung. Obwohl er schon in jungen Jahren zu schreiben begann, publizierte er seinen ersten Band mit Erzählungen Hohe Mauern erst 1959 im Selbstverlag. Es sollte dreizehn Jahre dauern, bis der zweite Erzählband Stunden des Stolzes erschien. Heute umfasst sein Werk etwa 50 Bände. Seit 1983 lebt Charrat als freier Schriftsteller und Kritiker in Kairo. Für sein Werk, erhielt er mehrere Literaturpreise, darunter 1999 den Nagib-Mahfuz-Preis der Amerikanischen Universität in Kairo. Zum Weiterlesen: Interview mit Edwar Al-Charrat, in: An-Nahar Juni 2003
(dt. Übersetzung von A. Khammas) (Pdf-Dokument, 81 K) »Der Sinn des Erzählens«, Essay, Auszüge
(S.5 – 23) in dt. Übersetzung von A. Khammas |