Westöstlicher Diwan
Miral al-Tahawir Miral al-Tahawir

»Miral al-Tahawis literarischer Aufstieg wird von kompetenten arabischen Kritikern, Literaten und Dichtern mit Bewunderung verfolgt. Ihr wird eine ausgesprochen souveräne narrative Technik, feinstes poetisches Sprachgefühl sowie - gemessen an ihrem Alter - außergewöhnliche literarische Reife bescheinigt.«
Verena Klemm »Miral al-Tahawi – ein Porträt«

»Mit einer kunstvoll poetischen Sprache evoziert sie eindringlich die erstickende Atmosphäre des Hofes, der sich niemand entziehen kann. (...) Miral Al-Tahawi bestätigte ihren Rang als hoffnungsvolles Talent dann mit dem Roman »Die blaue Aubergine« (1998), in dem sie ihren eigenen Weg zur Autorin verarbeitet hat.«
Fridolin Furger in »Der Landbote« vom 18. April 2002

»Die kindliche Perspektive aus der erzählt wird, hätte es leicht gemacht, dieses Leben in der Wüste anheimelnd darzustellen. Doch stattdessen kommt die Menschenverachtung, die in dem rückständigen Klima gedeiht, unverstellt zum Vorschein. Diese Schonungslosigkeit hat dem Buch in Ägypten schnell zu einem breiten Echo verholfen.«
Stephan Weidner »Das Wollen amputiert« in NZZ vom 13. September 2003

»Das Schreiben an diesem Buch war schmerzlich. Ich merkte, dass unsere Generation die großen, begeisternden Hoffnungen der älteren Generation fahren lassen muss, wenn sie ehrlich sein will. (...) Erst durch das Schreiben kann ich eine neue Wirklichkeit schaffe, wo bis zu einem gewissen Grade die Erfüllung möglich wird.«
Miral Al Tahawi »Schreiben als Autobiographie der Seele oder Ist Schrieben eien angemessene Alternative zu Verzweiflung?«

Bibliografie
»Das Zelt«, Roman, Unionsverlag, Zürich 2001
»Die blaue Aubergine«, Roman, Unionsverlag, Zürich 2002
»Schreiben als Autobiographie der eigenen Seele« , deutsch + engl.
(in: Katalog »DisORIENTation«, Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2003)
»Gazellenspuren«, Auszug aus dem 2002 in Kairo publizierten Roman; deutsche Übersetzung: Doris Kilias (in: »diwan, Zeitschrift für deutsche und arabische Poesie«, Nr. 5/ April 2003)

»Gazellenspuren«, Roman, Zürich 2006

Text in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche Geschichten«:
»Meine Großmutter«, bisher unveröffentlichter Essay, 2004, übersetzt von Michaela Kleinhaus

Miral al-Tahawir
geboren 1968 im Dorf Gazirat Sa´ud im östlichen Nildelta, ist Angehörige des Beduinenstammes al-Hanadi, der im 19. Jahrhundert von der arabischen Halbinsel in die ägyptische Delta-Provinz al-Sharqiyya migrierte und zum Preis der Sesshaftigkeit Landbesitz übertragen bekam.

Al-Tahawi studierte Arabische Literaturwissenschaft an der nahe gelegenen Universität Zaqaziq und erhielt 1991 den Bachelor of Arts. Sie arbeitete als Lehrerin in der Schule ihres Dorfes und belegte gegen den Willen ihrer Eltern Kurse an der Universität Kairo, wo sie 1995 den Master's Degree im Fach Arabische Sprache und Literatur erhielt. Danach war sie für kurze Zeit Lehrbeauftragte an dieser Universität. Sie promovierte über »Wüstenromane in der arabischen Literatur«.

Miral al-Tahawi zählt zu den beachteten Nachwuchsautoren in der arabischen Welt. Sie hat eine Kurzgeschichtensammlung sowie drei Romane (Das Zelt; Die blaue Aubergine; Gazellenspuren) veröffentlicht, von denen zwei in mehrere Sprachen übersetzt sind. Für Die blaue Aubergine erhielt sie als erste Frau den ägyptischen Förderpreis für Literatur.

Zum Weiterlesen:
Miral al-Tahawir
ein Porträt vonVerena Klemm (Pdf-Dokument, 45 K)
>> Download


Auszug aus dem Roman: »Gazellenspuren«, Kairo 2002 (Pdf-Dokument, 49 K)
>> Download