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Abbas Beydoun |
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»Die Prosadichtung Abbas Beydoun ist
vor allem auf die jüngere und jüngste Generation von großem
Einfluß und wird über alle poetischen Schulen hinweg geschätzt.«
»Abbas Beydoun wirkt in seiner Dichtung dem Streben der klassischen
Poesie nach sprachlicher Schönheit und Perfektion entgegen. Er
legt den Akzent auf eine schlichte, einfache Sprache, die frei ist von
dekorativen, manieristischen und demonstrativen Elementen. Vor dem Hintergrund
der im Bürgerkrieg erfahrenen instabilen, fragilen, unvollkommenen
Realität strebt Beydoun nach einer geschwächten, gebrechlichen
Sprache, die diese Wirklichkeit widerspiegelt. Dichten heißt für
ihn, nicht sprachliche Stärke, sondern Schwäche zu üben.« »Seine Lyrik verzichtet auf sprachlichen Schmuck und setzt statt
dessen auf ungewöhnlich, oft verblüffende Metaphern und Bilder.
Aufgrund dessen ist sie zwar der Übersetzung zugänglich, inhaltlich
jedoch von einem Schwierigkeitsgrad, der in der deutschen Lyrik etwa
mit Celan oder Hans Meister vergleichbar ist.« »Urplötzlich wurde es ihm klar, und zwar in seiner ganzen
Dimension. Anfangs hielten es alle für eine Stärke, aber es
war einfach nur Schwäche. Wäre ihm das bewusst gewesen, so
hätte er erkannt, dass ihm nicht nur Tränen fehlten, sondern
im Grunde genommen das Leben. Urplötzlich wurde ihm dies klar,
doch beunruhigte es ihn nicht weiter. Im Großen und Ganzen fühlte
er sich geschützt. Er registrierte lediglich, dass seine Sinnesorgane
schwerfällig und schwach waren.« Bibliografie Texte in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche
Geschichten«: Abbas Beydoun Als Journalist und Essayist ist Beydoun weit über die Grenzen des Libanon hinaus für sein sozial- und kulturpolitisches Engagement bekannt. Auch im deutschsprachigen Raum ist sein Name nicht unbekannt. Von ihm sind in der deutschen Presse insbesondere nach dem 11. September 2001 Artikel erschienen, die von seinem schonungslos kritischen Ansatz zeugen. Eins seiner Themen ist das Verhältnis zwischen der westlichen und der arabisch-islamischen Welt. Beydoun beleuchtet historisch bedingte Missstände in der arabischen Welt, die als Spätfolgen der europäischen Kolonialpolitik ihren Ausdruck in vielen Bereichen des gegenwärtigen Lebens wie auch in der Beziehung zum Westen finden (Die Zeit, 13.12.2001). Gleichzeitig fordert er von den arabischen Intellektuellen, die eigene Rolle zu reflektieren und Verantwortung am aktuellen Geschehen und an den tief verankerten sozialpolitischen Strukturen und Missständen in der arabischen Welt zu übernehmen (FAZ, 9.11.2001). Zum Weiterlesen: »Die anderen Araber«, in: die tageszeitung,
3. November 2001. (Pdf-Dokument, 31 K) »Der Westen und wir«, Vortrag am Institut
für Arabistik, 19. November 2002, übersetzt aus dem Arabischen
von Leila Chammaa (Pdf-Dokument, 78 K) 6 Gedichte aus »Berlin Tagebuch - über die Zeit in Berlin«,
(übersetzt von Leila Chammaa), Briefwechsel zwischen Michael Kleeberg und Abbas Beydoun nach Beginn
des Irakkrieges März bis Juni 2003 |