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Amir Hassan Cheheltan |
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| Der iranische Schriftsteller Amir
Hassan Cheheltan definiert die iranische Problematik als Verzögerung
der Auseinandersetzung zwischen Tradition und Moderne. Die Intellektuellen
diskutieren, ob der Schah nur schlecht war oder doch gute Seiten hatte.
Gelegentlich heißt es, er habe viele Straßen gebaut und
Universitäten errichtet. Seine frühen Erzählungen, insbesondere aus »Das stumme
Fenster« handeln von einfachen, traditionell orientierten Stadtbewohnern.
In zumeist monologischer Form lässt der abwesende Autor seine Figuren
und Charaktere von ihrem Alltag und ihren Konflikten erzählen,
die sie mit Hilfe einer Mischung aus Religiosität und Aberglauben
zu bewältigen versuchen. Dabei erschafft er immer wieder hinreißende,
das Alltägliche transzendierende Szenen und Visionen. Große Beachtung im In- und Ausland fand der 2003 erschienene
Kurzroman »Teheran, Stadt ohne Himmel« von Amir Hassan Cheheltan,
der in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg (als Alliierte in Teheran
stationiert waren) und dem Iran-Irak-Krieg der achtziger Jahre spielt.
Seine Hauptfigur ist unfähig, sich von der Vergangenheit zu lösen
– während des Zweiten Weltkriegs widerfuhren dem damals jungen
Protagonisten traumatische Erlebnisse, die ihn zu einem ewig Fremden
in seiner Teheraner Umgebung machen. Die iranische Tageszeitung »Sharq«
bezeichnete das Buch als »einen der politischsten Romane der zeitgenössischen
iranischen Literaturgeschichte«. In seinen Romanen setzt Cheheltan sich immer wieder mit der wechselvollen
iranischen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts auseinander. So werden
in »Der Spiegelsaal« (1990) aus weiblicher Perspektive die
historischen Umstände und Ereignisse der Konstitutionellen Revolution
von 1906 erzählt, die zum Sturz der Qadjaren-Dynastie führte,
und die als Geburtsstunde der Moderne in Iran gilt. Cheheltan ist ein vorsichtiger, aber standhafter Mann. Inzwischen hat
er sich durch regelmäßige Publikationen im Ausland einen
Namen erworben, der es seinen Gegnern nicht leicht macht, seine Meinungen
zu übersehen. In der FAZ erwähnt
er das Verbot der Festlichkeiten zum Internationalen Frauentag ebenso
wie die Vollversammlung des Schriftstellerverbands, die nicht stattfinden
konnte. Bibliografie In deutscher Übersetzung liegen keine Veröffentlichungen der Romane und Erzählungen vor; ein Auszug aus »Die Sitten der Menschen der Revolutionsstraße« kann von dieser Website herunter geladen werden (siehe »Zum Weiterlesen«). Die Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichte seit 2004
insgesamt 13 Essays von Amir H. Cheheltan, zuletzt: Texte in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche
Geschichten«: Amir Hassan Cheheltan In den Jahren 1979-1981 beendet er sein Studium an einer Universität in der Nähe von London. Bei seiner Rückkehr – inzwischen ist der Iran-Irak-Krieg ausgebrochen – wird er zum Wehrdienst an die Front eingezogen. Als man seine technischen Kenntnisse wahrnimmt, wird er zur Instandsetzung der Notstromaggregate in das Generalstabsquartier hinter der Front versetzt. In dieser Zeit schreibt er seinen ersten Roman »Die Klage um Qassem«, die bedrückende Geschichte eines jungen Studenten, der von der SAVAK, dem Geheimdienst des Schahs entführt wird. Der Roman darf erst 2002, knapp zwanzig Jahre später erscheinen. Nach Beendigung seines Wehrdiensts 1985 arbeitet Cheheltan als beratender Ingenieur am Zentrum für Wissenschaft und Forschung in Teheran. Dort betätigt er sich die folgenden dreizehn Jahre als Sachverständiger für die Evaluierung von ausländischen medizinischen Geräten und Anlagen – und schreibt weiter. Im Frühjahr 1999 erhält er ein Stipendium des Internationalen Schriftstellerparlaments. Zusammen mit seiner Frau, einer Zahnärztin, und dem kleinen Sohn bereist er Europa und lässt sich schließlich als Writer in Residence in Certaldo in der Toskana nieder. Hier entsteht sein vierter Roman »Teheran, Stadt ohne Himmel«. Nach zwei Jahren kehrt Cheheltan 2001 nach Teheran zurück. Eine Wiederanstellung als beratender Ingenieur erweist sich als unmöglich. Fortan widmet er sich ganz dem Schreiben. Seitdem veröffentlichte er neben weiteren Romanen und Erzählbänden auch ein Filmskript sowie Essays. Inzwischen leitet er den Literatur-Workshop der renommierten Literaturzeitschrift Karnameh. Bis 2004 betreute er als Chefredaktor die Online Literaturzeitschrift Sokhan und war Juror für die Vergabe des Sadegh Hedayat Literaturpreises für Kurzgeschichte (bis 2005). Seit 2001 ist Cheheltan im Vorstand des Iranischen Schriftstellerverbands. Zum Weiterlesen: Auszug aus Die Sitten der Menschen der Revolutionsstraße
(Pdf-Dokument, 107 K) Christian Fogg, Gespräch mit A.H. Cheheltan, gesendet in
WDR 5 am 26. Juni 2006 (Pdf-Dokument, 28 K) Website von Amir H. Cheheltan (teilweise auch in deutscher Sprache) »Von Berlin nach Teheran« Webblog von Amir H. Cheheltan
während seines Aufenthalts in Deutschland im Sommer 2007 –
10 Folgen auf Farsi – bei Deutsche Welle Online Zusammenfassung auf Deutsch: |