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Ulrike Draesner |
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| »Wenn Ulrike Draesner Gedichte
schreibt, gibt sie den Verstand nicht preis. Und wenn sie sich in Prosa
äußert, leugnet die das Poetische nicht. Sie bewegt sich
schreibend zwischen Intellektualität und Geheimnis, zwischen der
Klarheit des Begriffs und dem Alphabet einer sehr persönlichen
Mythologie. Und sie ist bei all dem eine urbane Zeitgenossin, immer
neugierig den gesellschaftlichen Entwicklungen auf der Spur und stets
begierig das dabei Erfahrene und Erkannte für die Literatur, für
ihr Schreiben nutzbar zu machen. Also zu erobern.« »Literatur und die Erkenntnis, die sie transportiert, besteht
für mich ganz wesentlich daraus, Verbindungen aufzuweisen, Verbindungen,
die man typischerweise oder dem Klischee nach nicht sieht, die vielleicht
auch neu entstanden sind. Das sind Momente, in denen dann zwei Funken
zusammenschießen und etwas Neues entsteht. Solche Augenblicke,
die einen zum Staunen bringen, etwas anregen und einen Gedanken durch
ein Bild schaffen, das würde ich als den Kern meines Schreibens
bezeichnen und – auf der anderen Seite – auch meiner Leselust.« »Ulrike Draesner hat es glänzend verstanden, dieses Spannungsverhältnis
und die Wut in zwei Sprachebenen zu fassen, die sie in- und aufeinanderschiebt:
lakonische, umgangssprachlich-flapsige Wendungen treffen auf Ausdrücke,
die wie Manierismen wirken, tatsächlich aber funkelnde Splitter
einer zerbrochenen Freude sind. Man schneidet sich daran oder spiegelt
sich darin - ganz wie man will und kann.« Bibliografie Texte in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche
Geschichten«: Ulrike Draesner Daneben veröffentlichte sie in Zeitschriften, Zeitungen und beim Rundfunk. 1993 gab sie die Dozentur auf da sie merkte, dass die akademische Arbeit nicht mehr mit ihrem Schreiben zu verbinden war und entschied sich für eine Existenz als Schriftstellerin. 1994 erhielt sie das Literaturstipendium der Stadt München, 1995 den Leonce-und-Lena-Förderpreis, 1996 war sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude, 1997 wurde ihr der Staatliche Förderpreis für Literatur des Bayerischen Kultusministeriums zuerkannt und 2002 war sie die erste Trägerin des Preises der deutschen Literaturhäuser. Ihren erste Gedichtband gedächtnisschleifen
veröffentlichte Ulrike Draesners 1995. Und im 2001 publizierten Gedichtband »für die nacht geheuerten zellen« befinden sich Verse, deren Sprachkraft mit Gottfried Benns besten Gedichten verglichen werden kann. Ihre Wortgewandtheit findet sich auch in ihren Prosawerken wieder. 1998 veröffentlichte Draesners ihr Romandebut Lichtpause, 2002 folgt Mitgift , um nur einige zu nennen. Draesner hat die Methoden ihres Schreibens mit Techniken der »Montage«, der »Sichtung«, der »Stimmkreuzung und -überlagerung« und der Collagierung erklärt. Alle diese Praktiken sind auch Mittel der »klassischen« Moderne. Die freie Autorin lebt seit 1996 in Berlin. Zum Weiterlesen: |