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Qassim Haddad© Samuel Shimon |
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| »Haddad hilft, eine Renaissance
der arabischen Literatur zu entfachen. In Amerika und Europa scheint sich
die Poesie auf einem Rückzug zu befinden. Aber in der arabischen
Welt ist es genau das Gegenteil. Poesie ist nicht nur sehr lebendig, sondern
bewegt sich zudem auch noch vorwärts. Sie ist am Kochen.« Aus: Bassam K. Frangieh. Qassim Haddad. Resignation and revolution, in: Banibal, Sommer 2003 »Er glaubt, dass eine Energie in den Dingen der Welt existiert,
die befreit werden sollte. Er lässt die Dinge nicht, wie sie sind.
Er fühlt, dass ein Text voller Widersprüche sein muss und
arbeitet an ihnen wie jemand. der mit Texten Körper und Seelen
formt. Will er schreiben, legt er eine Karte vor sich auf dem Tisch,
die er – sobald er anfangt zu schreiben – nicht mehr beachtet.
Stattdessen schreibt er etwas, was in keinerlei Zusammenhang steht.
Weder zu der Karte noch dem Weg, den er auf der Karte eingezeichnet
hat. Er geht auf den Text zu, wie ein Mann in einem unbekannten Land.« »Qassim Haddads Zeilen seiner Gedichte spiegeln die Fragmentierung
der arabischen Gesellschaft wieder. Sein Schreiben ist erfüllt
von schockierenden Bildern, Desillusionen und Mysterien. Besessen von
der Idee der Freiheit und sozialer und politischer Gerechtigkeit, bezahlte
Haddad bereits einen hohen Preis für sein rebellisches Auftreten
in der Literatur. Aufgrund seiner politischen Einstellungen und Aktivitäten,
soziale und politische Veränderungen zu unterstützen, wurde
er verhaftet und zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach der Entlassung
verfolgte er seinen Weg weiter und nahm die Stelle als Chefredakteur
des literarischen Magazins ›Kalimat‹ an, mittlerweile eines
der wichtigsten Literaturblätter in der arabischen Welt. Wenig
später gründete Haddad die bahreinische Schriftstellervereinigung,
die erste dieser Art in den Golfstaaten.« »Schreiben ist wie eine schwarze Lampe, gehalten von einer blinden
Kreatur, die eine Gruppe von Menschen anführt, die sich tief in
einem Schlaf befinden, der eine Ähnlichkeit zu Alpträumen
aufweist.« Bibliografie
(Werke auf Deutsch) Texte in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche
Geschichten«: Qassim Haddad Er besuchte das Gymnasium, ein Studium brach er ab; zwischen Anfang der 60er Jahre und 1980 wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten mehrfach verhaftet und verbrachte insgesamt 5 Jahre im Gefängnis (Bahrain wurde 1971 unabhängig, stand zuvor unter englischer Verwaltung). 1970 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband; Haddad wurde schnell populär durch seine Dichtung, die der Revolution und dem Befreiungskampf gewidmet war. Er arbeitete als Arbeiter und Handwerker, später als Beamter im Erziehungsministerium und in der Abteilung Kultur und Kunst des Informationsministeriums. Inzwischen widmet er sich ausschließlich seiner literarischen Arbeit Qassim Haddad ist in der arabischen Welt sehr anerkannt; er ist der bekannteste Dichter aus der Golfregion, in seiner Heimat sehr populär und ein großer »Literaturnetzwerker«; seit 1997 betreibt er – mit Kollegen aus der ganzen arabischen Welt – ein umfassendes Webportal für arabische Literatur: www.jehat.com. Er besitzt auch eine persönliche Website: www.qhaddad.com Seit 1970 erschienen von ihm 15 Gedichtbände. Im Laufe der achtziger Jahre gewann seine Lyrik zunehmend an Komplexität und begann, auf Elemente des arabischen Surrealismus zurückzugreifen. Neben vielen Essays in Zeitschriften hat Haddad auch Studien zum Theater und zur Poesie in Bahrain veröffentlicht. Zurzeit arbeitet er an drei neuen Büchern und Projekten in Auseinandersetzung mit den anderen Künstlern, insb. Malern. Haddad ist Gründungsmitglied (1969) und Vorsitzender des Bahrainischen Schriftstellerverbandes, Mitglied des »Awal Theatre« in Bahrain und Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift »KALEMAT«, die vom Bahrainischen Schriftstellerverband herausgegeben wird. Zum Weiterlesen: |