Westöstlicher Diwan
Joachim Helfer Joachim Helfer
© Claus Gretter

»Sein ästhetisches Credo hat der Wahlberliner in einer 2000 veröffentlichten, »Fenster oder was der Wind schuldet« betitelten Selbstaussage bezeichnet: Die Welt, sie sei hässlich oder nicht, ist schön erst im literarischen Abbild, im Kunstwerk, das nie die Welt selbst zeigt, vielmehr die Welt als Vorstellung und Modell. Joachim Helfers intelligent elitäre Haltung wirkt in ihrer idealistisch-klassischen Verankerung geradezu herausfordernd optimistisch, nicht zuletzt, weil er Begriffe wie Vernunft und Autonomie als existenzielle Möglichkeiten ansieht, wenn auch nur für wenige Einzelne.«
Bernhard Viel, .Joachim Helfer »ein Porträt«, aus KLG (in Vorbereitung)

»Helfer hat eine Liebeserklärung geschrieben, anmaßend und einnehmend. Mit Energie zu lesen, so unpopulär, dass die Pop-Meister, wenn sie ihren DJ mal kurz an die frische Luft schicken, einen Kult daraus machen mussten. Wen es betrübt, dass Freundschaft, Vorbild, Schönheitssinn aus dem Erscheinungsbild der Welt verschwunden sind, der kann ihre Auferstehung mit diesem Überraschenden Buch im verlöschenden 20. Jahrhundert feiern.«
Verena Auffermann, Rezension des Romans »Cohn & König«, Süddeutsche Zeitung,
7. Oktober 1998

»Man hat Uwe Johnson den 'Schriftsteller der beiden Deutschland' getauft. Solch ein pompöses Attribut mag man Joachim Helfer nicht zumuten. Aber er hat auf literarisch glänzende Weise, mit übrigens der einen oder anderen versteckten Reminiszenz an den großen Mecklenburger, dessen Anspruch auf Verständigung und Verständnis neu formuliert. Johnson sprach von den Verlusten, Joachim Helfer spricht vom Gewinn, ohne die Schmerzen in Abrede zu stellen, die das Ergebnis kostet. Und so ist ihm ein wirklich gesamtdeutscher Gegenwartsroman gelungen.«
Joachim Scholl, Rezension des Romans »Nicht Himmel, nicht Meer«, Deutschlandfunk

»Von Grenzüberschreitungen erzahlt Joachim Helfer in seinem Roman »Nicht Himmel, nicht Meer«. Innerdeutschen Grenzüberschreitungen und zwischenmenschlichen. [...] Dieser .Drittling. [...] bringt spürbar überlegt und stilvoll geschwungen Konfliktreiches zwischen Ost und West zu einer nun wirklich ganz und gar eigenen Sprache. [...] Der Autor spiegelt keine Wirklichkeit, er umspielt sie mit romantischer Ironie. Bringt dabei ganz hier-und-jetztmäßig bundesrepublikanische Soziotope auf springende und dunkle Punkte.«
Ira Panic, Rezension des Romans »Nicht Himmel, nicht Meer«, Hamburger Morgenpost,
21. März 2002

Bibliografie
»Nicht Himmel, nicht Meer«, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M., 2002
»Cohn & König«, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M., 1998
»Du Idiot«, Piper Verlag, 1994 , Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt a.M., 1999
»Kish – Reportage«, in: Süddeutsche Zeitung; 6. April 2002.
»Herren im eigenen Haus«, in: netzeitung, 8. Januar.2003
»
Die Verschwulung der Welt. Rede gegen Rede. Beirut–Berlin«, gemeinsam mit Rachid al-Daif, Frankfurt/M 2006
» Nicht zu zweit«, Novellen, Frankfurt/M, 2005

Auszüge aus allen Romantexten im Internet unter: www.suhrkamp.de

Text in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche Geschichten«“:
Auszüge aus »Die Verschwulung der Welt«, Joachim Helfer / Rachid al-Daif , Frankfurt/M 2006;
verschiedene Rezensionen und Stellungnahmen zu dieser Veröffentlichung – aus deutschen wie aus arabischen Medien – sind hier dokumentiert

Joachim Helfer
geboren 1964 in Bonn aufgewachsen bei Frankfurt, dort 1984 Abitur.
Helfer studierte in Hamburg Anglistik. 1994 debütierte er mit dem Roman »Du Idiot« beim Piper Verlag; München, eine klassische Initiationsgeschichte eines pikaresken Antihelden, der scharfsinnig über die Gesellschaft räsoniert 1998 folgte der inhaltlich an das Erstlingswerk anknüpfende Roman »Cohn & König« im Suhrkamp Verlag, Frankfurt, für den er mit dem Literaturpreis des BDI und dem Preis der Hamburgischen Autorenvereinigung ausgezeichnet wurde. Er lebt seit Herbst 2001 als freier Schriftsteller in Berlin.

Zum Weiterlesen:
Joachim Helfer
ein Porträt von Bernhard Viel (Pdf-Dokument, 66 K)
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