Westöstlicher Diwan
Guy Helminger Guy Helminger
© Jürgen Bauer

Helmingers Prosa ist durchwirkt von Lichtmetaphern und atmosphärisch dichten Beschreibungen, die auf den Dichter Helminger verweisen.
Frank Witzel in: Porträt von Guy Helminger auf der Website des Goethe-Instituts 2006

In ihrem grotesken Humor, ihrem scharfen Blick auf die Rituale misslingender Kommunikation und die verräterischen Kleinigkeiten, in denen dieses Misslingen zum Ausdruck kommt, gehören diese Geschichten zum Interessantesten, was die deutsche Erzählliteratur zurzeit zu bieten hat.
Hubert Winkels im Deutschlandfunk über »Etwas fehlt immer«, 2005

Als ich diese Gedichte ein erstes Mal las, fielen mir vor allem zwei Dinge auf: Dass Guy Helminger mit schöner Rückhaltlosigkeit sich Welt aneignet… und dass er ein unheimlich gutes Gefühl für rhythmische Abläufe, für einen heutigen Sound hat. Ich glaube, dass Guy Helminger seine Gedichte mit dem Ohr schreibt, dass Sprache für ihn vor allem auch Klang ist.
Joachim Sartorius zu »Ver-Wanderung« in: Sprache im technischen Zeitalter, 2002

Helmingers Kurzgeschichten sind Miniszenarien wie für Filme von David Lynch. Was Wahn ist, und was Realität, weiß der Leser bald nicht mehr zu unterscheiden. Aber Helmingers surreale Plots würden ihre unheimliche Kraft nicht entwickeln, wenn die Sprache, von der sie getragen werden, nicht so realistisch wäre. Als Psychogramm unseres Alltags sind diese Geschichten aussagekräftiger als die meisten kürzeren Erzählungen der letzten Jahre.
Stefan Weidner zu »Rost« in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Mai 2002

Er versteht es meisterhaft mit Redewendungen zu spielen und mit poetischen und phonetischen Stilmitteln zu arbeiten. Wer bereits einmal die Möglichkeit hatte, Guy Helminger auf einer Lesung zu hören, der weiß, dass die Gedichte dieses Autors noch mehr hergeben, wenn er sie vorträgt.
Radio Socio-Culturelle (Luxemburg) zu »Leib Eigener Leib«, 2000

Bibliografie (Auswahl)
Lyrik:
Die Gegenwartsspringer. (Gedichte) Verlag am Schluechthaus, Esch/Alzette 1986
Ver-Wanderung. (Gedichte) Editions Phi, Esch/Alzette 2002

Prosa:
Rost. (Kurzgeschichten) Editions Phi, Echternach 2001
Etwas fehlt immer. (Erzählungen) Suhrkamp 2005
Die Ruhe der Schlammkröte. (Roman von 1994) Wiederentdeckt u. mit Anmerkungen versehen von Manuel Andrack, Kiepenheuer & Witsch 2007
Morgen war schon. (Roman) Suhrkamp, Herbst 2007

Hörspiel:
Habicht. Saarländischer Rundfunk 1999
5 Sekunden Leben. WDR 2001
Fluggeräte. WDR 2003
Rekonstruktion Kresch. WDR 2005

Theater:
Wer noch glaubt. Uraufführung in Köln 1992
Venezuela. Uraufführung in London 2003

Text in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche Geschichten«:
»Salam Teheran«, überarbeitete Fassung des täglichen Weblogs von Guy Helminger während seines Aufenthalts in Iran im Frühjahr 2007 (siehe auch unten: Zum Weiterlesen)

Guy Helminger
geboren 1963 in Esch-sur-Alzette (Luxemburg), studierte Germanistik und Philosophie in Luxemburg, Heidelberg und Köln. Seit 1985 lebt er in Köln.

Seinen ersten Gedichtband »Die Gegenwartsspringer« veröffentlichte er 1986. Gearbeitet hat er in vielen unterschiedlichen Berufen: Barkeeper, Schauspieler, Regieassistent und 3D-Grafiker. Seit einiger Zeit widmet er sich ausschließlich dem Schreiben.

Lyrik und Prosa stehen im Zentrum seiner Arbeit - Hörspiele, szenische Lesungen und andere Projekte (etwa 2002 – zusammen mit Martin Möller – die Video-Installation: »Kuchen essen für Europa«) ergänzen das Werk Helmingers.

Helminger legt großen Wert auf die Präsentation, auf Klang und Rhythmus der Sprache. Er leitet Seminare, in denen er Autoren das Vorlesen und Performen ihrer Texte näher bringt. Am Kölner Schauspiel organisiert Helminger gemeinsam mit Navid Kermani den »Literarischen Salon«.

Im Juni-Juli 2006 war Helminger auf Einladung des Goethe-Instituts Stadtschreiber in Hyderabad (Indien), im Frühjahr 2007 besuchte er Iran als Teilnehmer des West-östlichen Diwan, darüber hinaus hat er Reisen nach Afrika, in die USA und nach Neuseeland unternommen.

Guy Helminger wurde mehrfach ausgezeichnet: »Fünf Sekunden Leben« wurde von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Monats März 2001 gewählt, 2002 erhielt er den Prix Servais, 2004 den 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, 2006 verlieh ihm seine Geburtsstadt den »Prix du mérite culturel de la ville d’Esch«.

Zum Weiterlesen:
»Salam Teheran«, täglicher Weblog von Guy Helminger während seines Aufenthalts in Iran im Frühjahr 2007 (157 K)
>> Download oder online unter http://blogs.dw-world.de/salam-teheran.

Website von Guy Helminger
www.guyhelminger.de