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Guy Helminger© Jürgen Bauer |
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| Helmingers Prosa ist durchwirkt von
Lichtmetaphern und atmosphärisch dichten Beschreibungen, die auf
den Dichter Helminger verweisen. In ihrem grotesken Humor, ihrem scharfen Blick auf die Rituale misslingender
Kommunikation und die verräterischen Kleinigkeiten, in denen dieses
Misslingen zum Ausdruck kommt, gehören diese Geschichten zum Interessantesten,
was die deutsche Erzählliteratur zurzeit zu bieten hat. Als ich diese Gedichte ein erstes Mal las, fielen mir vor allem zwei
Dinge auf: Dass Guy Helminger mit schöner Rückhaltlosigkeit
sich Welt aneignet… und dass er ein unheimlich gutes Gefühl
für rhythmische Abläufe, für einen heutigen Sound hat.
Ich glaube, dass Guy Helminger seine Gedichte mit dem Ohr schreibt,
dass Sprache für ihn vor allem auch Klang ist. Helmingers Kurzgeschichten sind Miniszenarien wie für Filme von
David Lynch. Was Wahn ist, und was Realität, weiß der Leser
bald nicht mehr zu unterscheiden. Aber Helmingers surreale Plots würden
ihre unheimliche Kraft nicht entwickeln, wenn die Sprache, von der sie
getragen werden, nicht so realistisch wäre. Als Psychogramm unseres
Alltags sind diese Geschichten aussagekräftiger als die meisten
kürzeren Erzählungen der letzten Jahre. Er versteht es meisterhaft mit Redewendungen zu spielen und mit poetischen
und phonetischen Stilmitteln zu arbeiten. Wer bereits einmal die Möglichkeit
hatte, Guy Helminger auf einer Lesung zu hören, der weiß,
dass die Gedichte dieses Autors noch mehr hergeben, wenn er sie vorträgt. Bibliografie (Auswahl) Prosa: Hörspiel: Theater: Text in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche
Geschichten«: Guy Helminger Seinen ersten Gedichtband »Die Gegenwartsspringer« veröffentlichte er 1986. Gearbeitet hat er in vielen unterschiedlichen Berufen: Barkeeper, Schauspieler, Regieassistent und 3D-Grafiker. Seit einiger Zeit widmet er sich ausschließlich dem Schreiben. Lyrik und Prosa stehen im Zentrum seiner Arbeit - Hörspiele, szenische Lesungen und andere Projekte (etwa 2002 – zusammen mit Martin Möller – die Video-Installation: »Kuchen essen für Europa«) ergänzen das Werk Helmingers. Helminger legt großen Wert auf die Präsentation, auf Klang und Rhythmus der Sprache. Er leitet Seminare, in denen er Autoren das Vorlesen und Performen ihrer Texte näher bringt. Am Kölner Schauspiel organisiert Helminger gemeinsam mit Navid Kermani den »Literarischen Salon«. Im Juni-Juli 2006 war Helminger auf Einladung des Goethe-Instituts Stadtschreiber in Hyderabad (Indien), im Frühjahr 2007 besuchte er Iran als Teilnehmer des West-östlichen Diwan, darüber hinaus hat er Reisen nach Afrika, in die USA und nach Neuseeland unternommen. Guy Helminger wurde mehrfach ausgezeichnet: »Fünf Sekunden Leben« wurde von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Monats März 2001 gewählt, 2002 erhielt er den Prix Servais, 2004 den 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, 2006 verlieh ihm seine Geburtsstadt den »Prix du mérite culturel de la ville d’Esch«. Zum Weiterlesen: Website von Guy Helminger |