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| »Muss die Vergangenheit ›Stein
für Stein‹ zerschlagen werden, müssen die Menschen schlimme
Qualen erleiden, bis eine neue Epoche geboren wird? Muss die Welt verbrennen,
damit die trockene, ausgelaugte Erde wieder fruchtbar wird? (...) In Mandanipurs
Werk spielt die Tradition, die alte Kultur, über die scheinbar längst
Gras gewachsen ist, eine ambivalente Rolle. Sie kann für die Gegenwart
zerstörerisch sein, wenn sie als Instrument der Unterdrückung
eingesetzt oder als Quelle des Aberglaubens dient, sie kann aber auch
den Weg für eine Neugeburt bereiten.« Bahman Nirumand in: Schahriar Mandanipur - Leben und Werk, KLfG (in Vorbereitung) »Mandanipur führt seine Figuren oft
in Ausnahmesituationen, in Erdbeben oder Krieg, in Entscheidungssituationen,
um sie mit grundlegenden Fragen ihrer Existenz zu konfrontieren. Durch
die Krise werden sie vor Alternativen gestellt, so als ob sie ihr eigenes
Leben, ihre eigenen Interessen oder die anderer bewahren sollen. ›Der
achte Tag auf Erden‹, eine großartige Sammlung philosophisch
begründeter Erzählungen, konfrontiert den Leser beständig
mit neuen, noch nicht gedachten Situationen und Fragen.« »Mandanipur arbeitete damals als Bibliothekar. ›Nicht
nur, weil ich Bücher liebe‹, schreibt er, ›Ich fühlte
mich verpflichtet, zur Wiederbelebung unsere Kultur, die vernachlässigt
und zerstört wurde, einen Beitrag zu leisten.‹ Die Stadt
Schiraz, die sich einst rühmte, ein Zentrum der Kultur zu sein,
sollte wieder eine ähnliche Rolle spielen. Getrieben von diesem
Wunsch, gründete er gemeinsam mit einigen Kollegen die Kulturzeitschrift
›Asr-e Pandjschanbeh‹ (Donnerstag Nachmittag), die seit
1997 kontinuierlich wöchentlich erscheint. Mandanipur leitet die
Chefredaktion.« Bibliografie (Veröffentlichungen
in Deutsch) Text in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut –
west-östliche Geschichten«: Schahriar Mandanipur Nach einem Studium der Politikwissenschaft meldete er sich zu Beginn des iranisch-irakischen Kriegs (1980-1988) freiwillig an die Front. Nach achtzehn Monaten kehrte er nach Hause zurück und lernte den populären Schriftsteller Hushang Golshiri kennen. Dessen Kritik, aber auch Lob, verliehen ihm Mut zu seiner ersten Veröffentlichung in der Zeitschrift »Mofid«. Der erste Band mit Erzählungen erschien 1989 unter dem Titel: »Sayeh-haye Ghar« (Schatten der Höhle), drei Jahre später folgte »Haschtomin ruz-e Zamin« (Der achte Tag der Erde). Dann kam eine längere Pause, obwohl mehrere Manuskripte für den Druck vorlagen. Mal wurde sein Verlag verboten und er musste einen neuen Verlag suchen, mal verlangte die Zensurbehörde die Streichung einiger Passagen. Erst als 1997 die Reformer um Präsident Chatami die Exekutive übernahmen, konnte die Zensur leichter überwunden werden und Mandanipur veröffentlichte weiter. 1997 gründete Mandanipur auch gemeinsam mit einigen Kollegen die Kulturzeitschrift »Asr-e Pandjschanbeh« (Donnerstag Nachmittag), die seitdem kontinuierlich wöchentlich erscheint. Mandanipur leitet die Chefredaktion. Sein bislang letzter Erzählband »Abi-e mawaray-e Bahar« (Das Blau jenseits der Meere) erschien 2003 mit elf Kurzgeschichten, die unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September entstanden sind und fiktive Einzelschicksale beschreiben. Insgesamt sind von ihm bisher sechs Erzählbände, der Roman »Del-e-Deldadgy« (Mut zur Liebe) und zwei Kinder- bzw. Jugendbücher erschienen. Neben den literarischen Schriften hat Mandanipur über hundert Essays und Artikel zu Fragen der Kultur und Literatur veröffentlicht. Zum Weiterlesen: |