Westöstlicher Diwan

Ulrich Peltzer Ulrich Peltzer

»Alle oder keiner, (…) dieser Roman wird als der gelungenste Roman zum Berlin der 90er, zu den theoretischen, politischen und kulturellen Umbrüchen unserer Gegenwart bleiben, (…) er ist dabei kein Abklatsch des Döblinschen Berlin Alexanderplatz, sondern etwas neues, anderes, zeitgemäß und aus der Zeit ragend, ein veritabler Berlin Heinrichplatz, womit das Warten ein Ende haben könnte, würde nicht die Stadt sich weiter verändern, würde Ulrich Peltzer nicht weiterschreiben.«
Christian Jäger »Berlin Heinrichplatz. Die Romane von Ulrich Peltzer«

»Die Bücher zum 11. September sind da: Lauter Katastrophen – bis auf Ulrich Peltzers Bryant Park ist die erste literarische Erzählung des 11. September. Und es ist eine hervorragende Erzählung. Ohne mystisches Raunen zu verbreiten, ist die Vorahnung einer kommenden Katastrophe von Beginn an in der Erzählung angelegt. Ohne aufdringlich die Welt zu verdunkeln, ist das Unglück, das medial vermittelte große Unglück immer dabei(…).«
Volker Weidermann in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Dass die Identität des modernen Menschen brüchig ist, dass das moderne Ich ein löchriges Gefäß ist, durch das alles fließt und nicht festgehalten werden kann; dass Existenz und Bewusstein auseinander treten: Binsenweisheiten, wenn man sie formuliert. In Ulrich Peltzers Prosa erhalten sie eine schlagende Evidenz.«
Martin Ebel in: Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Peltzer erzählt, indem er seinen Text für diese Gegenwart öffnet, eben nicht nur dieselbe, sondern auch vom Erzählen, von der Hoffnung wie von der Verantwortung, die sich damit verbinden, daß es einerseits um die Gegenwart geht und eine Genauigkeit und Gerechtigkeit, andererseits auch um Zukunft, um das Weitererzählen…«
Christian Jäger »Berlin Heinrichplatz. Die Romane von Ulrich Peltzer«

Bibliografie (Auswahl)
»Die Sünden der Faulheit«, Roman, Amman Verlag, 1987
»Stefan Martinez«, Roman, Amman Verlag, 1995.
»Alle oder keiner«, Roman, Amman Verlag, 1999
»Bryant Park«, Roman, Zürich, Amman Verlag 2000
»Teil der Lösung«, Roman, Zürich 2007
»Bryant Park«, Roman, Zürich 2002

Text in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche Geschichten«:
»Eine Stadt, die niemals schläft« ist veröffentlicht in: taz vom 13. 10.2004

Ulrich Peltzer
wurde 1956 in Krefeld geboren. Er studierte Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Peltzer ist ein Stadtmensch und seine Literatur zeichnet dies in subtiler Weise ab. Bereits sein erster Roman, »Die Sünden der Faulheit« (1987), ist ein Beispiel für sein Können, urbanes Leben nachzuspüren. Der Roman erhält viel öffentliche Anerkennung und wird als eines der sensibelsten Psychogramme der Bohemiens der achtziger Jahre gehandelt. Eine Mischung aus Apathie, Drogenkonsum und Nachtleben führt einen jungen Musikjournalisten in Berlin in den seelischen und sozialen Abstieg. Weitere gepriesene Werke folgten: 1995 »Stefan Martinez«, für den Peltzer 1997 den Anna-Seghers Preis erhielt, und 1999 »Alle oder keiner«. Sein neustes Werk »Bryant Park« (2002) spielt in Midtown von New York, und erzielt mit der Technik der Schnitte, der Überblendungen und der Simultaneität von Geschichten eine feine Spiegelung der Metropole unserer Zeit, die während des Einsturzes der World Trade Center für einen Moment innegehalten hat. Ulrich Pelzer erhielt dafür 2003 den Bremer Literaturpreis.

Zum Weiterlesen:
Christian Jäger
Berlin Heinrichplatz. Die Romane von Ulrich Peltzer
(Pdf-Dokument, 197 K)
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