Westöstlicher Diwan

Elif Shafak Elif Shafak

»Elif Shafak selbst sieht ihre Position in der türkischen Literatur von der literaturhistorischen Warte aus klar. Sie ruft in Erinnerung, dass die türkische Moderne sich meist in der Pflicht der Aufklärung der Massen sah. (…) Die türkischen Autoren, die diese Verpflichtungen verinnerlichten, hatten nicht frei, nicht aus dem Chaos heraus und schöpferisch geschrieben, ließen sich nicht von der Gefühlswelt inspirieren, sondern folgten einer ideologisch untermauerten, vermeintlichen Vernunft, setzten auf Belehrung und Nüchternheit.«
Beatrix Caner in: Nachwort zu Elif Shafak »Der Spiegel der Stadt«

»Für mich ist der Roman eine Ordnung, die aus dem Chaos entsteht, eine vom Chaos genährte Ordnung oder auf Todesangst gründende Lebensgier oder aber das Bewusstsein vom Nichts, das in der Lebens und Schöpfungssehnsucht mündet. (…) Obwohl meine Romane sich sprachlich, strukturell und inhaltlich unterscheiden, sind sie von der gleichen Sehnsucht gemeißelt. Deshalb schreibe ich mosaikhafte, verästelte und vielstimmige Romane, Romane die nicht von einer einzig gültigen , absoluten Wahrheit ausgehen. «
Elif Shafak (zitiert in: Menekse Toprak, Elif Shafak – Leben und Werk, KLfG)

»Eine faszinierende Kombination von Mitgefühl und Grausamkeit. Shafak ist die beste Autorin, die die Türkei im letzten Jahrzehnt hervorgebracht hat.«
Orhan Pamuk

»Weil man viel von der eigenen Kindheit, der eigenen Vergangenheit mitschleppt, oder vielleicht weil es mir so geht, beansprucht die Vergangenheit in meinen Romanen immer einen zentralen Platz. Das ist der persönliche Aspekt. Aber auch aus einem anderen Grunde finde ich es wichtig, dass Geschichte neu geschrieben wird. Die Geschichte, die man uns einprägen will, ist furchtbar unfreundlich, sehr distanziert und belastet. Die Türkei hat große Probleme mit der eigenen Vergangenheit; nur: sie merkt es nicht.«
Elif Shafak (zitiert in: Menekse Toprak, Elif Shafak – Leben und Werk, KLfG)

Bibliografie (Veröffentlichungen in Deutsch)
»Spiegel der Stadt«, Literaturca Verlag, 2004
»Die Heilige des nahenden Irrsinns«, Eichborn-Verlag, 2005
»Der Bastard von Istanbul«, Roman, Eichborn Verlag 2007

Elif Shafak
wurde 1971 in Straßburg geboren und verbrachte Ihre Kindheit durch die diplomatische Tätigkeit ihrer Mutter sowohl in der Türkei als auch in Spanien und Frankreich. Als Kind beginnt sie, gegen Ihre Einsamkeit und den Verlust des Türkischen anzuschreiben. Diese Erfahrungen ermöglichen ihr realistische, weil distanzierte, Einblicke in die eigene östliche, gleichwie die westliche Kultur.

Bereits ihr erster Roman, »Pinhan« (Der Verborgene) erhält großen Zuspruch und wurde mit dem »Rumi Great Prize for the Best Novel« Preis ausgezeichnet. Der Roman besticht durch seine Sprache, die eine längst vergessene Sprache aus dem Osmanischen, eine Mischung aus Arabisch, Persisch und Türkisch, wieder belebt. Es folgten drei weitere Romane, die alle in der literarischen Welt mit Begeisterung aufgenommen wurden, darunter 1999 »Sehrin Aynalari.«, der 2004 beim Literaturca-Verlag in Frankfurt/Main auf deutsch erschien (»Spiegel der Stadt«). Ihr neustes Werk »Die Heilige des nahenden Irrsinns« ist das erste Buch, dass die Wortvirtuosin Shafak in englischer Sprache verfasst und beim renommierten amerikanischen Literaturverlag Farrar, Strauss & Giroux im Herbst 2004 herausgegeben hat. Er handelt von einer Gruppe junger Studenten, meist Ausländer, die in einem Universitäts-Campus ihn Boston leben und ihrer nie endenden Suche nach Glück und Zugehörigkeit.

Die deutsche Fassung erscheint im Eichborn Verlag und kommt im März 2005 in die Buchläden.

Weitere Angaben zur Person und Leseproben finden Sie unter:
www.eichborn.de sowie unter www.literaturca.de

Zum Weiterlesen:
Elif Shafak - Leben und Werk
ein Porträt von Menekse Toprak (Pdf-Dokument, 151 K)
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