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| Adania Shibli |
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| »Reality now is too frightening,
impossible to grasp. Yet you could say that fiction becomes a kind of
perversion.« »Adania Shibli ist gegenwärtig einer der bekanntesten Vertreterinnen
der neuen Schriftstellergeneration in der West-Bank. ›Realität
ist heutzutage zu ängstigend und fast unmöglich zu fassen‹,
sagt sie, ›Fiktion, jedoch, hat fast einen perversen Charakter.‹
Ihre Kurzgeschichte ›Staub‹ (2002) handelt von einem Tag
im Leben einer jungen Frau. Sie geht zur Post in Jerusalem, um ein Packet
loszuschicken, besucht eine Freundin in Ramallah und überlegt,
ob sie sich Fleisch für das Abendessen kaufen soll. Ganz alltägliche
Dinge. So scheint es. Aber dieser Alltag verlangt nach einen überlegten
Menschen, der ruhigen Blutes und mit Gelassenheit durch den Tag kommen
kann. Ein Alltag, der geprägt ist von politisch schwierigen Umständen.
Der Leser kommt diesem Zwiespalt sehr nahe, nimmt an jeden einzelnen
Gedanken, Überlegung, Argument und Widerspruch der Protagonistin
teil, ohne Rücksicht - und bis zur Erschöpfung.« »Shiblis Texte zeichnen sich durch eine fast spröde Sprache
aus, die den Leser unmerklich in utopische, surreale Situationen lockt,
um ihn dann voller Erstaunen am Ende in die Realität zu entlassen.« »Die jungen palästinensischen Schriftsteller müssen
ihre Legitimität nicht mehr dadurch behaupten, dass sie der ›Sache‹
dienen. Stattdessen versuchen sie vielmehr bei sich zu bleiben. Sie
wenden sich von den ehemals klassischen Themen ab und den alltäglichen
Dingen zu – und schaffen dadurch eine andere Form der politischen
Auseinandersetzung, die weitaus tiefer reicht.« »Ihre Geschichten haben mich gleich im ersten Moment für
sich eingenommen. Wie Lian Badr (bekannte palästinensische Gegenwartsautorin)
es treffend formulierte, versucht ›Adania, wie die Mehrzahl der
palästinensischen Autoren, trotz hässlicher politischer Umstände,
ästhetische Formen zu kreieren.‹ Adania schreibt ohne zu
verurteilen, auf eine fesselnde Weise und mit einer universalen Stimme
über alltägliches Leben und Enttäuschungen. Ihr Triumph
über die alltäglichen Dingen ist ein Triumph.« Bibliografie (in deutscher Sprache) Adania Shibli Ihre arabischen Texte wurden bisher bereits ins Französische, Englische, Deutsche, Italienische, Hebräische und Koreanische übersetzt. Shibli gewann zwei Mal den Young Writer’s Award Palestine, der A.M. Qattan Stiftung für ihre zwei Novellen »Masaas« (Touching, al Adab 2002), das ins Französische übersetzt wurde (Reflets sur un mur blanc (Actes-sud, 2004), sowie für die Novelle Kulluna Ba’eed Bethat al Miqdar ‘an al Hub (We Are All Equally Far From Love, al-Adab 2004). Gegenwärtig vervollständigt sie ihr Doktorstudium in Medien und Kulturwissenschaften an der Universität East London. Jüngst arbeitete sie als Dramaturgin und veröffentlichte das Theaterstück »The Error«, welches von der New Company Gruppe am Tristan Bates Theater in London im Frühjahr 2005 aufgeführt wurde, sowie an der Universität von Massachusetts in diesem Jahr. |